Punk und Schüga ihr Wichsers

Knöppel @ Bogen F Zürich
Knöppel im Bogen F Zürich
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Facebook: Knöppel

Bei Knöppel scheiden sich die Geister. Was die einen als hirnlosen Radau empfinden, lässt den anderen an den neuentflammten Punk glauben. Jack Stoiker, wohnhaft in Freiburg, zelebriert in seinen Songs seine Herkunft – die Ostschweiz. Natürlich geschieht dies auf eine sehr ironische Art und Weise. So heissen die Songs von Knöppel «Schüga» (Schützengarten) oder «Uzwil». Wenn es einmal nicht um die Ostschweiz geht, gewinnt vulgär verpackte Sozialkritik die Oberhand («Prada») oder schlicht und einfach der Nonsens. Alles hat Platz bei Knöppel. Quasi als Grundgerüst dient das vortreffliche Wort «Wichser», welches in jedem einzelnen Song mindestens einmal vorkommt.

 

Das ist einfach ehrliche Musik.

 

«Das ist einfach ehrliche Musik», sagt ein Konzertbesucher zu seinem Kollegen. Und tatsächlich kauft man es dem Stoiker und seinen Bandkollegen einfach ab, was sie sagen, oder singen, vielleicht schreien. Politisch korrekte und tiefsinnige Musik gibt es genug, manchmal darf’s auch einfach dreckiger Punk sein. Das Konzert war zuerst im Helsinki geplant und nach kürzester Zeit ausverkauft, so dass man in den Bogen F verschob. Auch hier waren bald darauf alle Tickets vergriffen. Und das zweifellos zurecht, denn Knöppel lieferten ein energetisches Feuerwerk ab.

 

Satte drei Stunden stand er schlussendlich auf der Bühne, so dass man für die 25 Stutz Eintritt schon fast ein schlechtes Gewissen bekam.

 

Nicht nur Heimweh St-Galler sangen aus voller Kehle mit, die ganze Bude feierte bis zum bitteren Ende. Knöppel sparten denn auch nicht mit Zugaben. Jack Stoiker (eigentlich Daniel Mittag) verbrannte wohl einige Kalorien an diesem Abend. Denn er war es auch, der in Begleitung von Kontrabass, den eigenen Auftritt zuvor supportete. Satte drei Stunden stand er schlussendlich auf der Bühne, so dass man für die 25 Stutz Eintritt schon fast ein schlechtes Gewissen bekam.

 

Ein wahres Juwel für Freunde des Punks, des schwarzen Humors und des Feierns. Geht hin ihr Wichsers.

 

Matthias Niederberger / Sa, 24. Feb 2018